Christian Ströbele wurde quer durchs Land gefragt und gehört in Bezug auf das Gnadengesuch von dem Ex-RAF-Terroristen Christian Klar. Dieses wurde von Bundespräsident Horst Köhler inzwischen abgelehnt. Joe Salino fragt nach, wie Christian Ströbele zur RAF steht, was er über Gnade denkt und wieso er der Meinung ist, dass Christian Klar, obwohl er sich nicht von seinen Taten distanziert hat, frei gelassen werden sollte.
Ab 1970 übernahm Ströbele die Verteidigung von RAF-Angehörigen, u. a. Andreas Baader. Er redete seine Mandanten, die seiner eigenen Aussage nach alte Bekannte aus der Zeit der APO waren, mit „Genossen“ an, wurde jedoch 1975 wegen Missbrauchs der Anwaltsprivilegien noch vor Prozessbeginn von der Verteidigung vor dem Gericht in Stuttgart-Stammheim ausgeschlossen.
Im Jahr 1979 löste sich das Sozialistische Anwaltskollektiv auf. In diesem Jahr war Ströbele an der Gründung der taz beteiligt. Da er in das illegale Informationssystem der RAF involviert war, wurde er 1980 wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung als Verteidiger für die Gefangenen aus der RAF in den Jahren 1970 bis 1975 von der 2. Großen Strafkammer beim Landgericht Berlin zu einer Freiheitsstrafe von zunächst 18 Monaten auf Bewährung verurteilt. Dieses Urteil wurde 1982 von der 10. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts auf 10 Monate reduziert.
Im Februar 2001 wurde ein Stasi-Protokoll bekannt, das den Eindruck erweckte, Ströbele habe in den Siebziger Jahren Überfälle der PLO oder Flugzeugentführungen gebilligt, um auf politische Fragen aufmerksam zu machen. Ströbele erwirkte eine Gegendarstellung: „Ich habe mich in dieser Weise nie geäußert. Die in diesem MfS-Papier niedergelegten Überlegungen entsprachen keineswegs meiner Sicht der Dinge. Ich befürwortete nicht Terrorhandlungen.“
Von 1970 bis 1975 war Ströbele Mitglied der SPD. Die Partei schloss ihn aus, weil er in einem Brief die Terroristen der RAF als „liebe Genossen“ bezeichnet hatte. 1980 gehörte er zu den Mitbegründern der Alternativen Liste für Demokratie und Umweltschutz (AL), dem späteren Landesverband der Grünen in Berlin. 1990 wurde Ströbele zum Sprecher der Bundespartei Die Grünen gewählt, trat aber im Februar 1991 zurück, nachdem seine Aussagen in einem Interview als Rechtfertigung für irakische Raketenangriffe auf Israel verstanden worden waren.
Ströbele zählt zur Parteilinken und ist vehementer Gegner von Einsätzen der Bundeswehr im Ausland, auch wenn er sich selbst nicht als Pazifisten bezeichnet und z.B. in den 1980ern eine Sammlung für Waffen an Aufständische in El Salvador unterstützt hat. Als Israel während des 2. Golfkrieges 1991 von Saddam Husseins Irak mit Scud-Raketen beschossen wurde, war das für Ströbele „die logische, fast zwingende Konsequenz der Politik Israels“. Er sprach sich auch gegen die Lieferung von Patriot-Luftabwehrraketen an Israel aus. Ströbeles Stellungnahmen waren auch insbesondere wegen der israelischen Befürchtungen umstritten, Saddam Hussein könnte die Scud-Raketen mit deutschem Giftgas bestücken.
Seine wichtigsten Arbeitsbereiche liegen im Bereich der Rechts-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik. Besonders setzt er sich für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Bürgerrechte ein. In diesem Zusammenhang wirkt er gegen den Großen Lauschangriff oder die verstärkte Kriminalisierung von Graffiti-Sprayern. Er tritt seit vielen Jahren für eine Legalisierung bzw. Entkriminalisierung von Cannabis ein. Dabei trat er auch als Redner auf der Hanfparade auf. Bekannt wurde 2002 sein Spruch „Gebt das Hanf frei“, der als Basis für einen erfolgreichen Song von Stefan Raab diente. Ursprünglich ging es dabei um die Freigabe von 63 Faserhanf-Pflanzen, die, fast völlig THC-frei, aus einem staatlich geförderten legalen Anbau in der Uckermark stammten und bei der Hanfparade 2002 von der Polizei beschlagnahmt worden waren.
Im November 2005 stieß der Katholik Ströbele eine Diskussion über die deutsche Staatsbürgerschaft des Papstes Benedikt XVI. an. Nach Auffassung Ströbeles hätte der Papst seine deutsche Staatsbürgerschaft durch den Erhalt der vatikanischen Staatsbürgerschaft, welche Joseph Ratzinger schon seit 1981 als Präfekt der Glaubenskongregation besaß, verloren, da nach Paragraf 25 des deutschen Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) jeder die deutsche Staatsbürgerschaft verliere, sobald er eine ausländische Staatsbürgerschaft beantragt und angenommen habe. Ströbele will mit seiner Anfrage an die Bundesregierung hierbei jedoch nicht die deutsche Staatsbürgerschaft des Papstes anzweifeln, sondern auf den Missstand aufmerksam machen, dass jemand seine deutsche Staatsbürgerschaft verliert, sobald er eine andere Staatsbürgerschaft annimmt.
Ströbele geriet mehrmals mit migrationspolitischen Forderungen in die Schlagzeilen. So schlug er vor, einen muslimischen Feiertag einzuführen (und hierfür einen christlichen zu streichen) und dass deutsche Polizistinnen und Polizisten Turbane und Kopftücher tragen dürfen. Diese Forderungen stießen zum Teil sogar in seiner eigenen Partei auf Unverständnis. Im Mai 2006 wurde in einigen Medien berichtet, dass Ströbele eine türkische Übersetzung der deutschen Nationalhymne fordere. Dabei hatte er allerdings nur auf eine Frage der Boulevardzeitung B.Z., ob er sich vorstellen könne, dass „angesichts der vielen Menschen aus der Türkei, die in Deutschland leben, die deutsche Nationalhymne ins Türkische übersetzt und auch in türkischer Sprache gesungen werden könne“, geantwortet. Eine offizielle Übersetzung hat er nach eigenen Angaben nie gefordert. In der BZ wurde Ströbele mit den Worten das sei ein „Zeichen der Integration“ und ein „Symbol für die Vielsprachigkeit Deutschlands“ zitiert. In der Ausgabe vom 20. März 2007 der Sendung „Menschen bei Maischberger“ zeigt er gar eine türkische Übersetzung des deutschen Grundgesetzes, die vom Bundestag herausgegeben worden ist, und auf deren Umschlagrückseite sich ebenfalls eine türkische Übersetzung der deutschen Nationalhymne fand. Diese Ausgabe war Ströbeles Aussage nach zwei Jahre alt und damit sogar schon vor der um ihn zentrierten Diskussion erschienen. Ferner forderte Ströbele in einem Interview bei dem Sender n-tv, es solle ein muslimisches Pendant zum Wort zum Sonntag erwogen werden.
In seinen Funktionen in Gremien und Ausschüssen des Bundestages äußert sich Ströbele in der Öffentlichkeit immer wieder sehr kritisch zu den Geheimdiensten und ihrer Arbeit.