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Gewissen ade!
Wenn Kinder Kinder quälen
 Horrornachrichten aus Bottrop. Eine 14-jährige Schülerin hat ein Martyrium hinter sich. Sie wurde von Mitschülerinnen misshandelt und auf einen Friedhof gezerrt. Die Misshandlungen gingen so weit, dass die 14-jährige Bewusstlos wurde und nach dem Tod verlangte, damit die Schmerzen aufhören würden. Nachdem ihr ein Ultimatum gestellt wurde und sie € 500.- beschaffen sollte machte sie sich auf den Weg, auf welchem sie zusammenbrach. Ein Passant rief die Polizei und die verhaftete die Freundinnen (hier findest du die ganze Story: www.msn.de).
 In letzter Zeit hört man immer mehr solche und ähnliche Nachrichten und es stellt sich doch die Frage nach dem WARUM. Wie kann es sein, dass immer mehr Menschen und auch Jugendliche nicht nur gewaltbereit sind, sondern sadistisch werden und dies Ausmaße erreicht, die wir bisher in unserem Land nicht gekannt haben? Psychologen und andere Fachleute können die Ursachen teilweise aufzeigen, aber wirkliche Lösungen sind wohl nicht vorhanden. Und selbst wenn diese offensichtlich wäre, stellt sich immer noch die Frage, ob wir diese Lösungen auch umsetzen würden. Und außerdem, was haben wir mit solchen Menschen zu schaffen? Was gehen uns diese oder andere Horrornachrichten eigentlich an?
Viel! Sehr viel sogar! In unserer Gesellschaft geht es nur noch um den Einzelnen. Unsere Generation versteht es auf meisterhafte Art und Weise selbstzentriert zu denken und zu agieren. Wie es den anderen Menschen geht und warum es den anderen Menschen so geht wie es ihnen geht, ist nicht unser Problem und geht mich auch nichts an. Natürlich bin ich entsetzt über diese Nachricht und habe Mitleid mit der 14-jährigen Schülerin. Aber was kann ich ändern? Was kann ein Einzelner schon verändern?
 Viel! Sehr viel sogar! Unsere Geschichte ist voll von einzelnen Menschen die aufgestanden sind und einen Unterschied in ihrer Generation gemacht haben. Luther, ein gewöhnlicher Mönch entfachte eine weltweite Revolution gegen ein Establishment das bisher sogar über allen Regierungen stand. Bonhoeffer kam aus den USA mit dem Ziel zurück, die evangelische Kirche nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches mit zu gestalten. Er stand schon 1933 gegen das Nazi-Regime auf und zusammen mit Freunden und Gleichgesinnten halfen sie vielen Menschen aus Deutschland zu flüchten. Ein Gorbatschow stand für eine radikale Veränderung der gesamten Welt, als er den Zusammenbruch des Sowjetreiches zuließ. Große Menschen in Positionen mag man denken. Aber diese Menschen hielten sich nicht für besondere Menschen, sondern sie folgten ihrem Gewissen. Aber dem Gewissen zu folgen ist nicht mehr populär. Mehr noch, unser Gewissen ist betäubt.
Früher war das Gewissen des Volkes die Kirche. Aber die Kirche ist nicht mehr up-to-date, nicht mehr hype und schon gar nicht modern. Und doch, so beweisen Kirchentage und Papstbesuche, gibt es immer mehr Jugendliche die einen Weg zurück zu den Werten der Kirche suchen und auch finden. Und so stellt sich die Frage, ob die Kirchen heutzutage noch die Aufgabe tun, die ihre Aufgabe ist. Wenn man die Bibel liest, so stellen sich verschiedene Aufgaben für Gläubige Menschen und für Kirchen dar. Eine angepasste, schweigsame Kirche, die keine Stimme und keinen Biss mehr hat, kann nicht das Gewissen der Gesellschaft sein. Die Kirche musste sich anpassen in der Hoffnung zu überleben. Gläubige Menschen werden ausgelacht und als altmodisch angesehen. Menschen die die Aufklärung verpasst haben, die nicht am Puls der Zeit sind. Wie schrecklich ist eigentlich eine Gesellschaft die keine Werte mehr hat? Aber woher sollen die Werte kommen, wenn  die Gläubigen nur noch mit sich beschäftigt sind und keinen Unterschied mehr machen wollen. Jeder Mensch lebt sein eigenes Leben vor sich hin und denkt an seine Bedürfnisse. Egal ob gläubig oder nicht gläubig. Die Frage, die ich mir stelle ist diese. Ich lese in der Bibel, dass Jesus die Gläubigen auffordert Licht und Salz zu sein. Und hier meine Frage an diese Menschen: Wo seid ihr Licht und Salz? Wo macht ihr einen Unterschied bei den Menschen?
Luther, Bonhoeffer, Stauffenberg und viele andere haben genau diesen Unterschied gemacht. Sie haben begonnen, aufgrund ihres Glaubens und ihren Überzeugungen einen Unterschied zu machen. Sie waren bereit hierfür verspottet, ausgelacht und als altmodisch bezeichnet zu werden. Stauffenberg und Bonhoeffer zahlten mit ihrem Leben dafür. Aber sie wussten wofür sie gelebt haben. Sie wussten, was das Regime tat und haben nicht ihre Augen verschlossen und so getan, als ob es sie nichts angehen würde. Sie konnten nicht anders, sie mussten handeln. Und sie zahlten einen hohen Preis dafür.
Die Kirche sollte beginnen, tatsächlich das zu sein, was sie laut der Bibel sein sollte: Salz und Licht. Sie sollte wieder das Gewissen werden in den Nationen und nicht nur in einer Sub-Kultur leben, sondern tatsächlich den Bedürftigen helfen, Antworten auf die Fragen der Menschen geben und natürlich zeigen, dass es einen lebendigen Gott gibt, der an Menschen Interesse hat.
 Psychologen sagen uns, dass alle gewaltbereite Menschen eine Not haben. Sie haben eine Krankheit. Sie sehnen sich i.d.R. nach Anerkennung, Aufmerksamkeit und Liebe. Sicherlich sind manche dieser Menschen auch krank. Falsch. Sie sind alle krank, an ihrer Seele. Wenn es einen Gott gibt und wenn dieser Gott der Gott der Bibel ist, dann sehen wir, dass dieser Gott Interesse an den Menschen hat. Auch an diesen Menschen. Gerade an diesen Menschen. Denn in einem anderen Vers sagt Jesus, dass alle Mühseligen und Beladenen zu ihm kommen sollen und er ihnen Frieden geben wird. Wie wird er dies tun wenn nicht durch die Kirche? Eine Anpassung der Kirche hilft niemanden und auch ein Wegschauen der Gläubigen wird nicht helfen.
Man muss sich fragen, was sehr junge Menschen zu solchen Taten veranlasst und warum sie es so weit treiben können ohne Skrupel zu haben. Wenn ein Mensch vor dir ohnmächtig wird, wie kann es sein, dass dann ein anderer Mensch ihn so lange schlägt, bis dieser wieder zu Bewusstsein kommt, um dann mit der Quälerei fortzufahren? Wo sind das Herz, das Mitgefühl und die Barmherzigkeit? Diese Taten sollten uns erschüttern und wir sollten nach Hilfe suchen. Weder die Politik noch irgendwelche Personen können uns in all dem helfen, sondern nur ein Gott, der den Menschen begegnen will. Die Frage die sich stellt ist die: Wollen wir dies überhaupt oder wollen wir weiter die Verantwortung an unsere Politiker abgeben, nur damit wir sagen können, dass uns keine Schuld trifft?
Wie es wohl dem 14-jährigen Mädchen gehen wird? Wie wird dieses Mädchen durch das Leben gehen und welche Narben in ihrer Seele wird sie davon tragen? Und wie wird es den anderen Mädchen gehen? Wie werden sie mit dieser Tat weiter leben können und wie wird die Justiz mit ihnen umgehen? Aber was geht das uns an? Wir haben damit nichts zu tun und können es nicht ändern.
Man muss nur oft genug eine Lüge hören, dann wird man sie auch glauben...
  

Quelle: questionlife

 
 
 
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J. B.
 
Felix Thiele
 
 
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